Die Grenzen der Extremitätenerhaltung - Amputation Versus Resektion
Rainer Ingo Kotz, Peter Ritschl, D. Kropej, Ch. Schiller, C Wurnig, Mechthild Salzer-Kuntschik
Abstract
Rainer Ingo Kotz, Peter Ritschl, D. Kropej, Ch. Schiller, C Wurnig, Mechthild Salzer-Kuntschik
Abstract
Anhand des großen Materials des Wiener Knochengeschwulstregisters von 839 primär malignen Knochentumoren und 554 an der Orthopädischen Universitätsklinik in Wien behandelten Fällen kann ein Vergleich der Operationsmethoden am Becken und an den Extremitäten aus den letzten 20 Jahren gezogen werden. Doppelt so viel Fälle wie amputiert wurden konnten einer Resektionstherapie zugeführt werden. Nur knapp 20%, vorwiegend mit multiplen Metastasen, wurden nur palliativ chirurgisch behandelt oder nur biopsiert und einer Chemo- und Strahlentherapie zugeführt. Die Resektion wurde in Becken- und Sakrumresektionen, Resektionsrekonstruktionen und Resektionsreplantationen an den Extremitäten unterteilt. Eine Analyse der Amputationen versus Resektionen zeigt eine annähernd gleich niedrige Häufigkeit von Lokalrezidiven in beiden Gruppen. Allerdings lag eine deutlich höhere Beteiligung der Becken- und Sakrumresektionen an Lokalrezidiven vor, hingegen gäbe es kein Lokalrezidiv in der Gruppe der 48 Resektionsreplantationen. In Bezug auf die onkologische Radikalität der chirurgischen Ränder waren bei den Resektionen im Vergleich zu den Amputationen etwa doppelt so häufig inadäquate Operationen in Kauf zu nehmen. Daß die Lokalrezidive nicht im gleichen Maß angestiegen sind, sondern sich mit den Amputationen etwa die Waage halten, scheint auf die neue chemotherapeutische Behandlung, die gleichzeitig mit der häufigeren Anwendung der Resektionsbehandlungen eingeführt wurde, zurückzuführen zu sein. Die Extremitätenerhaltung beinhaltet somit ein doppelt so hohes Risiko der inadäquaten Operation, ist aber bei wirksamer Chemotherapie mit den früheren Ergebnissen der Amputationen in Bezug auf das Lokalrezidiv vergleichbar. Das onkologische Ergebnis mit dem tumorfreien Zweijahresüberleben einer kleineren Gruppe aus den Jahren 1970-1987 zeigt insgesamt sehr gute Ergebnisse mit ca. 70% Gesamtüberleben, aber der niedrigsten Überlebenschance bei den Resektionsreplantationen mit 52,9% und einer höheren Überlebensrate von 77,8% bei den Resektionsendoprothesen als bei den Amputationen mit 69,4%. Zusammenfassend kann aus den onkologischen Ergebnissen geschlossen werden, daß eine weitere Verbesserung vor allem durch aggressivere Chemotherapie in der Gruppe der Resektionsretransplantationen mit den großen und auf Chemotherapie schlecht ansprechenden Tumoren zu suchen sein wird. Die Resektionsrekonstruktionen bei Tumoren mit gutem Ansprechen auf Chemotherapie können heute jedoch in Bezug auf das onkologische Ergebnis den Amputationen gleichgestellt werden.
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Anhand des großen Materials des Wiener Knochengeschwulstregisters von 839 primär malignen Knochentumoren und 554 an der Orthopädischen Universitätsklinik in Wien behandelten Fällen kann ein Vergleich der Operationsmethoden am Becken und an den Extremitäten aus den letzten 20 Jahren gezogen werden. Doppelt so viel Fälle wie amputiert wurden konnten einer Resektionstherapie zugeführt werden. Nur knapp 20%, vorwiegend mit multiplen Metastasen, wurden nur palliativ chirurgisch behandelt oder nur biopsiert und einer Chemo- und Strahlentherapie zugeführt. Die Resektion wurde in Becken- und Sakrumresektionen, Resektionsrekonstruktionen und Resektionsreplantationen an den Extremitäten unterteilt. Eine Analyse der Amputationen versus Resektionen zeigt eine annähernd gleich niedrige Häufigkeit von Lokalrezidiven in beiden Gruppen. Allerdings lag eine deutlich höhere Beteiligung der Becken- und Sakrumresektionen an Lokalrezidiven vor, hingegen gäbe es kein Lokalrezidiv in der Gruppe der 48 Resektionsreplantationen. In Bezug auf die onkologische Radikalität der chirurgischen Ränder waren bei den Resektionen im Vergleich zu den Amputationen etwa doppelt so häufig inadäquate Operationen in Kauf zu nehmen. Daß die Lokalrezidive nicht im gleichen Maß angestiegen sind, sondern sich mit den Amputationen etwa die Waage halten, scheint auf die neue chemotherapeutische Behandlung, die gleichzeitig mit der häufigeren Anwendung der Resektionsbehandlungen eingeführt wurde, zurückzuführen zu sein. Die Extremitätenerhaltung beinhaltet somit ein doppelt so hohes Risiko der inadäquaten Operation, ist aber bei wirksamer Chemotherapie mit den früheren Ergebnissen der Amputationen in Bezug auf das Lokalrezidiv vergleichbar. Das onkologische Ergebnis mit dem tumorfreien Zweijahresüberleben einer kleineren Gruppe aus den Jahren 1970-1987 zeigt insgesamt sehr gute Ergebnisse mit ca. 70% Gesamtüberleben, aber der niedrigsten Überlebenschance bei den Resektionsreplantationen mit 52,9% und einer höheren Überlebensrate von 77,8% bei den Resektionsendoprothesen als bei den Amputationen mit 69,4%. Zusammenfassend kann aus den onkologischen Ergebnissen geschlossen werden, daß eine weitere Verbesserung vor allem durch aggressivere Chemotherapie in der Gruppe der Resektionsretransplantationen mit den großen und auf Chemotherapie schlecht ansprechenden Tumoren zu suchen sein wird. Die Resektionsrekonstruktionen bei Tumoren mit gutem Ansprechen auf Chemotherapie können heute jedoch in Bezug auf das onkologische Ergebnis den Amputationen gleichgestellt werden.
Key concepts: Medicine, Pelvis, Sacrum, Surgery, Amputation, Orthopedic surgery, Radiation therapy, Fibula