2009•DMW - Deutsche Medizinische WochenschriftRequires access

Sensibilisierung gegen Ambrosiapollen – Eine Ursache für allergische Atemwegserkrankungen in Deutschland?

Michael W. J. Boehme, Th. Gabrio, Rainer Dierkesmann, Andrea Felder-Kennel, A. Flicker-Klein, B Joggerst, Günter Kersting, M. König, B. Link, Valentina Maisner, J. Wetzig, Ursula Weidner, Hans Behrendt

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Abstract

Hintergrund und Fragestellung: Allergische Haut- und Atemwegserkrankungen sind in den hochentwickelten Industrieländern weit verbreitet. In den letzten Jahren breiteten sich Ambrosia-Pflanzen (Ambrosia artemisiifolia L. – Beifußblättriges Traubenkraut) in immer stärkerem Maße in Europa aus. Ihre Pollen besitzen ein hohes allergenes Potenzial. Dieses kann aufgrund der späten Blütezeit der Pflanze zu neuen Sensibilisierungen bisher gesunder Menschen und zu einer zunehmenden gesundheitlichen Belastung von Pollenallergikern führen, wenn diese auch gegen Gräser- und/oder Baumpollen sensibilisiert sind. Sie können dann fast das ganze Jahr unter allergischen Symptomen leiden. In der vorliegenden Studie soll der Frage nachgegangen werden, wie häufig Sensibilisierungen gegen Ambrosia bei Schulkindern in Deutschland sind und welche Implikationen sich daraus ergeben. Methodik: Zwischen 2004 und 2007 wurden in Baden-Württemberg 1323 Schulkinder auf eine bestehende Sensibilisierung gegen häufige Aeroallergene einschließlich Ambrosiapollen durch Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern im Serum untersucht. Ergebnisse: In den verschiedenen Untersuchungsjahren waren bei 10 – 17 % der untersuchten Schulkinder spezifische IgE-Antikörper gegenüber Bestandteilen aus Pollen von Ambrosia artemisiifolia nachweisbar. Folgerung: Das Vorliegen Ambrosia-spezifischer IgE-Antikörper im Serum kann sowohl eine direkte Sensibilisierung gegen Ambrosiapollen als auch eine Kreuzreaktion, z. B. bei Sensibilisierung gegenüber anderen Korbblütlern oder bestimmten Nahrungsmittelallergenen, anzeigen. Der Nachweis einer Sensibilisierung gegenüber Ambrosiapollen alleine bedeutet noch keine klinisch manifeste allergische Erkrankung. In Zusammenhang mit entsprechenden Symptomen sollte jedoch differentialdiagnostisch auch an eine Allergie gegen Ambrosiapollen gedacht werden, insbesondere, wenn ein direkter zeitlicher Zusammenhang mit der Blütezeit (August/September) von Ambrosia besteht. Aufgrund der Erfahrungen mit Ambrosia-Allergien in Nordamerika sollten Pflanzen im näheren Wohnumfeld von Allergikern entfernt und vorbeugend die weitere Verbreitung dieser Pflanze eingeschränkt werden.

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Hintergrund und Fragestellung: Allergische Haut- und Atemwegserkrankungen sind in den hochentwickelten Industrieländern weit verbreitet. In den letzten Jahren breiteten sich Ambrosia-Pflanzen (Ambrosia artemisiifolia L. – Beifußblättriges Traubenkraut) in immer stärkerem Maße in Europa aus. Ihre Pollen besitzen ein hohes allergenes Potenzial. Dieses kann aufgrund der späten Blütezeit der Pflanze zu neuen Sensibilisierungen bisher gesunder Menschen und zu einer zunehmenden gesundheitlichen Belastung von Pollenallergikern führen, wenn diese auch gegen Gräser- und/oder Baumpollen sensibilisiert sind. Sie können dann fast das ganze Jahr unter allergischen Symptomen leiden. In der vorliegenden Studie soll der Frage nachgegangen werden, wie häufig Sensibilisierungen gegen Ambrosia bei Schulkindern in Deutschland sind und welche Implikationen sich daraus ergeben. Methodik: Zwischen 2004 und 2007 wurden in Baden-Württemberg 1323 Schulkinder auf eine bestehende Sensibilisierung gegen häufige Aeroallergene einschließlich Ambrosiapollen durch Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern im Serum untersucht. Ergebnisse: In den verschiedenen Untersuchungsjahren waren bei 10 – 17 % der untersuchten Schulkinder spezifische IgE-Antikörper gegenüber Bestandteilen aus Pollen von Ambrosia artemisiifolia nachweisbar. Folgerung: Das Vorliegen Ambrosia-spezifischer IgE-Antikörper im Serum kann sowohl eine direkte Sensibilisierung gegen Ambrosiapollen als auch eine Kreuzreaktion, z. B. bei Sensibilisierung gegenüber anderen Korbblütlern oder bestimmten Nahrungsmittelallergenen, anzeigen. Der Nachweis einer Sensibilisierung gegenüber Ambrosiapollen alleine bedeutet noch keine klinisch manifeste allergische Erkrankung. In Zusammenhang mit entsprechenden Symptomen sollte jedoch differentialdiagnostisch auch an eine Allergie gegen Ambrosiapollen gedacht werden, insbesondere, wenn ein direkter zeitlicher Zusammenhang mit der Blütezeit (August/September) von Ambrosia besteht. Aufgrund der Erfahrungen mit Ambrosia-Allergien in Nordamerika sollten Pflanzen im näheren Wohnumfeld von Allergikern entfernt und vorbeugend die weitere Verbreitung dieser Pflanze eingeschränkt werden.

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Method / approach

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Main findings

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Limitations

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Applications

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Hintergrund und Fragestellung: Allergische Haut- und Atemwegserkrankungen sind in den hochentwickelten Industrieländern weit verbreitet. In den letzten Jahren breiteten sich Ambrosia-Pflanzen (Ambrosia artemisiifolia L. – Beifußblättriges Traubenkraut) in immer stärkerem Maße in Europa aus. Ihre Pollen besitzen ein hohes allergenes Potenzial. Dieses kann aufgrund der späten Blütezeit der Pflanze zu neuen Sensibilisierungen bisher gesunder Menschen und zu einer zunehmenden gesundheitlichen Belastung von Pollenallergikern führen, wenn diese auch gegen Gräser- und/oder Baumpollen sensibilisiert sind. Sie können dann fast das ganze Jahr unter allergischen Symptomen leiden. In der vorliegenden Studie soll der Frage nachgegangen werden, wie häufig Sensibilisierungen gegen Ambrosia bei Schulkindern in Deutschland sind und welche Implikationen sich daraus ergeben. Methodik: Zwischen 2004 und 2007 wurden in Baden-Württemberg 1323 Schulkinder auf eine bestehende Sensibilisierung gegen häufige Aeroallergene einschließlich Ambrosiapollen durch Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern im Serum untersucht. Ergebnisse: In den verschiedenen Untersuchungsjahren waren bei 10 – 17 % der untersuchten Schulkinder spezifische IgE-Antikörper gegenüber Bestandteilen aus Pollen von Ambrosia artemisiifolia nachweisbar. Folgerung: Das Vorliegen Ambrosia-spezifischer IgE-Antikörper im Serum kann sowohl eine direkte Sensibilisierung gegen Ambrosiapollen als auch eine Kreuzreaktion, z. B. bei Sensibilisierung gegenüber anderen Korbblütlern oder bestimmten Nahrungsmittelallergenen, anzeigen. Der Nachweis einer Sensibilisierung gegenüber Ambrosiapollen alleine bedeutet noch keine klinisch manifeste allergische Erkrankung. In Zusammenhang mit entsprechenden Symptomen sollte jedoch differentialdiagnostisch auch an eine Allergie gegen Ambrosiapollen gedacht werden, insbesondere, wenn ein direkter zeitlicher Zusammenhang mit der Blütezeit (August/September) von Ambrosia besteht. Aufgrund der Erfahrungen mit Ambrosia-Allergien in Nordamerika sollten Pflanzen im näheren Wohnumfeld von Allergikern entfernt und vorbeugend die weitere Verbreitung dieser Pflanze eingeschränkt werden.

Key concepts: Ragweed, Ambrosia artemisiifolia, Ambrosia, Pollen, Sensitization, Allergy, Immunology, Medicine

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