Herzer, Martin: The media, european integration and the rise of euro-journalism, 1950s–1970s
Arne L. Gellrich
Abstract
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Arne L. Gellrich
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Martin Herzer präsentiert mit seinem Buch eine Geschichtsschreibung des vom Autor so betitelten "Euro-Journalismus" der ersten drei Nachkriegsjahrzehnte. Der Autor verfolgt dabei das Anliegen, mit der Legende vom Journalismus als historisch anti-europäischer Kraft aufzuräumen, wie sie nach seiner Lesart die bisherige Literatur zum Thema dominierte.Nach einer Einführung und einem kurzen Kapitel zum neutralen bis anti-europäischen Journalismus der 1950er und 1960er Jahre widmet sich Herzer chronologisch in vier Kapiteln der Genese der Berichterstattung zur EU und ihren Vorgängerorganisationen EWG und EG.Einhergehend schildert er den Wandel des zugehörigen "Euro-Narrativs" vom Rand-zum Mainstreamthema.Vor allem für die erste Hälfte dieses Zeitraums orientiert er sich dabei eng an den Biographien ausgewählter Protagonisten, was zugleich die Zugänglichkeit des Buches jenseits des Fachpublikums erhöht.Für die Spätphase des beschriebenen Zeitraums wird dieser biographische Fokus, wohl vor allem aufgrund der zunehmend unübersichtlichen Zahl der Akteu-rInnen, weitgehend aufgegeben.Das ist aus der rein erzählerischen Ästhetik heraus schade, tut der Lesbarkeit und Verständlichkeit aber keinen Abbruch.Zu bemängeln ist formal allenfalls die Unvollständigkeit des Abkürzungsverzeichnisses, dasangesichts des Dschungels von Akronymen, der die europäische Bürokratie umgibt -für so manche Leserin und so manchen Leser ein wichtiges Werkzeug darstellen dürfte.Das Buch liefert einen Mehrwert, indem es sich nicht nur auf die Presse konzentriert, sondern seine Beobachtungen auch mit Befunden über Fernsehsender und Nachrichtenagenturen zusammenbringt.Der geographische Fokus liegt auf fran-
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Martin Herzer präsentiert mit seinem Buch eine Geschichtsschreibung des vom Autor so betitelten "Euro-Journalismus" der ersten drei Nachkriegsjahrzehnte. Der Autor verfolgt dabei das Anliegen, mit der Legende vom Journalismus als historisch anti-europäischer Kraft aufzuräumen, wie sie nach seiner Lesart die bisherige Literatur zum Thema dominierte.Nach einer Einführung und einem kurzen Kapitel zum neutralen bis anti-europäischen Journalismus der 1950er und 1960er Jahre widmet sich Herzer chronologisch in vier Kapiteln der Genese der Berichterstattung zur EU und ihren Vorgängerorganisationen EWG und EG.Einhergehend schildert er den Wandel des zugehörigen "Euro-Narrativs" vom Rand-zum Mainstreamthema.Vor allem für die erste Hälfte dieses Zeitraums orientiert er sich dabei eng an den Biographien ausgewählter Protagonisten, was zugleich die Zugänglichkeit des Buches jenseits des Fachpublikums erhöht.Für die Spätphase des beschriebenen Zeitraums wird dieser biographische Fokus, wohl vor allem aufgrund der zunehmend unübersichtlichen Zahl der Akteu-rInnen, weitgehend aufgegeben.Das ist aus der rein erzählerischen Ästhetik heraus schade, tut der Lesbarkeit und Verständlichkeit aber keinen Abbruch.Zu bemängeln ist formal allenfalls die Unvollständigkeit des Abkürzungsverzeichnisses, dasangesichts des Dschungels von Akronymen, der die europäische Bürokratie umgibt -für so manche Leserin und so manchen Leser ein wichtiges Werkzeug darstellen dürfte.Das Buch liefert einen Mehrwert, indem es sich nicht nur auf die Presse konzentriert, sondern seine Beobachtungen auch mit Befunden über Fernsehsender und Nachrichtenagenturen zusammenbringt.Der geographische Fokus liegt auf fran-
Key concepts: Journalism, Political communication, Communication studies, Political science, Media studies, Sociology, Politics, Law