Diagnostische Wertigkeit von Palpation, Mammographie und Mammasonographie in der präoperativen Diagnostik des Mammakarzinoms
R Ohlinger, R. G. Kraus, F. Oellig, G Schwesinger, A Schimming, Günter Köhler
Abstract
R Ohlinger, R. G. Kraus, F. Oellig, G Schwesinger, A Schimming, Günter Köhler
Abstract
Fragestellung und Methodik Bei 158 Patientinnen mit einem klinisch oder bildgebend diagnostizierten Mammabefund wurde die Wertigkeit von Palpation, Mammographie und Sonographie als Einzelmethode, die Kombination von Palpation und Mammographie sowie die Kombination aller drei Diagnosemethoden bei 98 benignen (62 %) und 60 malignen (38 %) Befunden mithilfe der 4-Felder-Kontingenztafel analysiert. Ein unauffälliger, benigner und unklarer (eher benigner) Befund wurde als benigne, ein unklarer (eher maligner) und ein maligner Herd als maligne zusammengefasst. Unter den 60 Karzinomen waren 51 palpabel und 9 nicht palpabel. Zur Sicherung der präoperativen Dignitätsvorhersage diente der histologische Befund. Die Mammasonographie erfolgte in Kenntnis des Palpations- und Mammographiebefundes. Ergebnisse Die Sensitivität der Palpation betrug 71,7 %, die der Mammographie 53,3 % und die der Sonographie 86,7 %. Durch die Kombination von Palpation und Mammographie konnte die Sensitivität auf 76,7 % gesteigert werden. Mammographisch maligne und palpatorisch benigne waren die Befunde von 3 Patientinnen (5 %), zwei davon waren klinisch okkult (4,2 %). Palpatorisch maligne, aber mammographisch als benigne eingestuft wurden 14 (23,3 %) Befunde, 5 davon waren mammographisch okkult (8,3 %). Bei zusätzlichem Einsatz der Sonographie konnte die Sensitivität auf 91,7 % gesteigert werden. Zwei palpatorisch maligne Befunde waren sonographisch benigne (3,3 %), einer davon okkult (1,7 %). Sonographisch als maligne, bei benignem Tastbefund, wurden 11 (18,3 %) Karzinome beurteilt, 8 davon waren klinisch okkult (13,3 %). Sonographisch benigne, aber mammographisch maligne war 1 Karzinom (1,7 %, dieses war sonographisch okkult). Mammographisch als benigne, sonographisch als maligne wurden 21 (35 %) interpretiert, 7 davon waren mammographisch okkult (11,7 %). Schlussfolgerung Die Ergebnisse dieser klinischen Studie sollten Anlass sein, die apparative und personelle Qualität der ambulanten Mammographie zu überprüfen, insbesondere im Hinblick auf das geplante flächendeckende Mammographiescreening in Deutschland. Zudem sollte die Hochfrequenzsonographie in das Screeningprogramm integriert werden, um zu prüfen, ob und inwieweit eine Steigerung der Sensitivität unter Screeningbedingungen möglich ist.
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Fragestellung und Methodik Bei 158 Patientinnen mit einem klinisch oder bildgebend diagnostizierten Mammabefund wurde die Wertigkeit von Palpation, Mammographie und Sonographie als Einzelmethode, die Kombination von Palpation und Mammographie sowie die Kombination aller drei Diagnosemethoden bei 98 benignen (62 %) und 60 malignen (38 %) Befunden mithilfe der 4-Felder-Kontingenztafel analysiert. Ein unauffälliger, benigner und unklarer (eher benigner) Befund wurde als benigne, ein unklarer (eher maligner) und ein maligner Herd als maligne zusammengefasst. Unter den 60 Karzinomen waren 51 palpabel und 9 nicht palpabel. Zur Sicherung der präoperativen Dignitätsvorhersage diente der histologische Befund. Die Mammasonographie erfolgte in Kenntnis des Palpations- und Mammographiebefundes. Ergebnisse Die Sensitivität der Palpation betrug 71,7 %, die der Mammographie 53,3 % und die der Sonographie 86,7 %. Durch die Kombination von Palpation und Mammographie konnte die Sensitivität auf 76,7 % gesteigert werden. Mammographisch maligne und palpatorisch benigne waren die Befunde von 3 Patientinnen (5 %), zwei davon waren klinisch okkult (4,2 %). Palpatorisch maligne, aber mammographisch als benigne eingestuft wurden 14 (23,3 %) Befunde, 5 davon waren mammographisch okkult (8,3 %). Bei zusätzlichem Einsatz der Sonographie konnte die Sensitivität auf 91,7 % gesteigert werden. Zwei palpatorisch maligne Befunde waren sonographisch benigne (3,3 %), einer davon okkult (1,7 %). Sonographisch als maligne, bei benignem Tastbefund, wurden 11 (18,3 %) Karzinome beurteilt, 8 davon waren klinisch okkult (13,3 %). Sonographisch benigne, aber mammographisch maligne war 1 Karzinom (1,7 %, dieses war sonographisch okkult). Mammographisch als benigne, sonographisch als maligne wurden 21 (35 %) interpretiert, 7 davon waren mammographisch okkult (11,7 %). Schlussfolgerung Die Ergebnisse dieser klinischen Studie sollten Anlass sein, die apparative und personelle Qualität der ambulanten Mammographie zu überprüfen, insbesondere im Hinblick auf das geplante flächendeckende Mammographiescreening in Deutschland. Zudem sollte die Hochfrequenzsonographie in das Screeningprogramm integriert werden, um zu prüfen, ob und inwieweit eine Steigerung der Sensitivität unter Screeningbedingungen möglich ist.
Key concepts: Medicine, Palpation, Gynecology, Radiology