Kein freies Wasser bei der Therapie des »Coma diabeticum hyperosmolare«!
K Irsigler, Ludwig Kaspar, H Bruneder, H Lageder
Abstract
K Irsigler, Ludwig Kaspar, H Bruneder, H Lageder
Abstract
Bei fünf Patienten im schwersten Coma diabeticum hyperosmolare (Blutzucker x̄ = 58,9 mmol/l, entsprechend 10,620 g/l, Osmolarität x̄ = 406 mosmol/l) wurde durch gleichzeitige Serum- und Liquorkontrollen der Therapieverlauf gesteuert. Es zeigte sich eindeutig, daß nur durch sehr langsames Absenken der Osmolarität die Entwicklung eines osmotischen Gradienten zwischen Liquor und Extrazellulärraum verhindert werden kann. Durch niedrige Insulindosierung (1 bis 20 E/h mit Motorspritze intravenös) und Infusion von hypertonen Lösungen wurde die Osmolarität nur um 2 bis 4 mosmol/l × h gesenkt. Der im Vergleich zum Liquor raschere Glucoseabfall im Extrazellulärraum wurde durch hypertone NaCl-Infusionen (bis zu 365 mosmol/l) antagonisiert. Die Prognose wird damit entscheidend verbessert. Alle so behandelten Patienten überlebten.
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Bei fünf Patienten im schwersten Coma diabeticum hyperosmolare (Blutzucker x̄ = 58,9 mmol/l, entsprechend 10,620 g/l, Osmolarität x̄ = 406 mosmol/l) wurde durch gleichzeitige Serum- und Liquorkontrollen der Therapieverlauf gesteuert. Es zeigte sich eindeutig, daß nur durch sehr langsames Absenken der Osmolarität die Entwicklung eines osmotischen Gradienten zwischen Liquor und Extrazellulärraum verhindert werden kann. Durch niedrige Insulindosierung (1 bis 20 E/h mit Motorspritze intravenös) und Infusion von hypertonen Lösungen wurde die Osmolarität nur um 2 bis 4 mosmol/l × h gesenkt. Der im Vergleich zum Liquor raschere Glucoseabfall im Extrazellulärraum wurde durch hypertone NaCl-Infusionen (bis zu 365 mosmol/l) antagonisiert. Die Prognose wird damit entscheidend verbessert. Alle so behandelten Patienten überlebten.
Key concepts: Osmotic concentration, Tonicity, Extracellular, Coma (optics), Extracellular fluid, Osmole, Medicine, Chemistry