1977•DMW - Deutsche Medizinische WochenschriftRequires access

Kein freies Wasser bei der Therapie des »Coma diabeticum hyperosmolare«!

K Irsigler, Ludwig Kaspar, H Bruneder, H Lageder

Open publisher page 11 citations

Abstract

Bei fünf Patienten im schwersten Coma diabeticum hyperosmolare (Blutzucker x̄ = 58,9 mmol/l, entsprechend 10,620 g/l, Osmolarität x̄ = 406 mosmol/l) wurde durch gleichzeitige Serum- und Liquorkontrollen der Therapieverlauf gesteuert. Es zeigte sich eindeutig, daß nur durch sehr langsames Absenken der Osmolarität die Entwicklung eines osmotischen Gradienten zwischen Liquor und Extrazellulärraum verhindert werden kann. Durch niedrige Insulindosierung (1 bis 20 E/h mit Motorspritze intravenös) und Infusion von hypertonen Lösungen wurde die Osmolarität nur um 2 bis 4 mosmol/l × h gesenkt. Der im Vergleich zum Liquor raschere Glucoseabfall im Extrazellulärraum wurde durch hypertone NaCl-Infusionen (bis zu 365 mosmol/l) antagonisiert. Die Prognose wird damit entscheidend verbessert. Alle so behandelten Patienten überlebten.

About this research paper

What this paper is about

Bei fünf Patienten im schwersten Coma diabeticum hyperosmolare (Blutzucker x̄ = 58,9 mmol/l, entsprechend 10,620 g/l, Osmolarität x̄ = 406 mosmol/l) wurde durch gleichzeitige Serum- und Liquorkontrollen der Therapieverlauf gesteuert. Es zeigte sich eindeutig, daß nur durch sehr langsames Absenken der Osmolarität die Entwicklung eines osmotischen Gradienten zwischen Liquor und Extrazellulärraum verhindert werden kann. Durch niedrige Insulindosierung (1 bis 20 E/h mit Motorspritze intravenös) und Infusion von hypertonen Lösungen wurde die Osmolarität nur um 2 bis 4 mosmol/l × h gesenkt. Der im Vergleich zum Liquor raschere Glucoseabfall im Extrazellulärraum wurde durch hypertone NaCl-Infusionen (bis zu 365 mosmol/l) antagonisiert. Die Prognose wird damit entscheidend verbessert. Alle so behandelten Patienten überlebten.

Why it matters

OpenAlex reports 11 citations for this work. Citation counts describe recorded attention and do not establish research quality.

Key contribution

A contribution statement is not available in the OpenAlex record.

Method / approach

Method details are not available in the OpenAlex metadata.

Main findings

Findings are not separately available in the OpenAlex metadata.

Limitations

Limitations are not available in the OpenAlex metadata.

Applications

Application details are not available in the OpenAlex metadata.

Available abstract

Bei fünf Patienten im schwersten Coma diabeticum hyperosmolare (Blutzucker x̄ = 58,9 mmol/l, entsprechend 10,620 g/l, Osmolarität x̄ = 406 mosmol/l) wurde durch gleichzeitige Serum- und Liquorkontrollen der Therapieverlauf gesteuert. Es zeigte sich eindeutig, daß nur durch sehr langsames Absenken der Osmolarität die Entwicklung eines osmotischen Gradienten zwischen Liquor und Extrazellulärraum verhindert werden kann. Durch niedrige Insulindosierung (1 bis 20 E/h mit Motorspritze intravenös) und Infusion von hypertonen Lösungen wurde die Osmolarität nur um 2 bis 4 mosmol/l × h gesenkt. Der im Vergleich zum Liquor raschere Glucoseabfall im Extrazellulärraum wurde durch hypertone NaCl-Infusionen (bis zu 365 mosmol/l) antagonisiert. Die Prognose wird damit entscheidend verbessert. Alle so behandelten Patienten überlebten.

Key concepts: Osmotic concentration, Tonicity, Extracellular, Coma (optics), Extracellular fluid, Osmole, Medicine, Chemistry

Related papers

Back to paper searchBrowse research topicsOriginal source
Kein freies Wasser bei der Therapie des »Coma diabeticum hyperosmolare«! — Research Paper | ScholarLens