Untersuchungen über die Urogenitaltrichomonase
O Preisler
Abstract
O Preisler
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Unter 901 Frauen unserer Krebsvorsichtsuntersuchungsstelle fanden wir mit dem anaeroben Kulturverfahren bei 28,2% Trichomonaden in der Scheide. Die Prozentzahl der Erkrankten wird jenseits des 50. Lebensjahres bedeutend kleiner und beträgt in der Menopause 11,9% Schwangere waren zu 43,5% infiziert. Ein Oestrogenmangel disponiert nicht für das Angehen der Infektion. Reichlich ein Drittel aller Fluorformen war durch Trichomonaden bedingt. Dieses Symptom fehlt nur bei einem Sechstel aller infizierten Frauen. Bei 75,3% der Kranken fanden sich die Trichomonaden außer der Scheide noch in der Urethra oder in der Cervix. Ein Viertel der untersuchten Ehemänner der Infizierten war gleichfalls angesteckt, aber sie hatten fast nie Beschwerden. Einmal konnten wir Trichomonaden aus reseziertem Prostatagewebe züchten. Bei Untersuchungen von 51 Operationspräparaten konnten wir die Protozoen nie im Corpus uteri oder in den Tuben finden. 13 dieser Frauen hatten eine Trichomonaden-Colpitis. Die Frauen aus vorwiegend ländlichen Bezirken waren weniger häufig erkrankt (19%), als Frauen aus Industriebetrieben (40%). Es konnte kein Anhalt dafür gefunden werden, daß die Trichomonaden eine kanzerogene Wirkung entfalten; sie täuschen lediglich im zytologischen Abstrich krebsverdächtige Bilder vor. Die Karzinom- und Oberflächenkarzinomhäufigkeit ist bei Infizierten und Nichtinfizierten fast gleich groß. Im Süßwasser bleiben die Trichomonaden eine Stunde lang vermehrungsfähig, im gechlorten Wasser der Hallen- und Freibäder 10 Minuten lang. Eine Übertragung der Flagellaten in öffentlichen Bädern erscheint möglich, wenn auch der sexuelle Kontakt die Hauptursache darstellt. Meerwasser von 3,5% Kochsalzgehalt tötet die Trichomonaden in weniger als 5 Minuten ab. Im Nährboden bleiben sie bei Zimmertemperatur 6 Tage lang, bei +4 Grad Celsius 2 Tage lang vermehrungsfähig. Bei 46 Grad werden sie in einer Stunde abgetötet, bei 47 Grad in 10 Minuten. Die Einwirkung des Sonnenlichts auf ihre Lebensfähigkeit ist von geringer Bedeutung. In Vergleichen der Untersuchungsreihen wurden verschiedene handelsübliche Antibiotika und Chemotherapeutika auf ihre Wirksamkeit gegen die Trichomonaden-Colpitis untersucht. Dabei erwiesen sich manche Antibiotika auch bei gleichzeitiger oraler Gabe und oraler Behandlung des Sexualpartners den bisher bekannten Medikamenten nicht als überlegen. Keine Behandlungsmethode hatte einen primären Erfolg, nach der ersten Menstruation über 75%, die Dauererfolge lagen stets niedriger. Diese Ergebnisse werden sich erst bessern, wenn ein Antibiotikum oder Chemotherapeutikum gefunden wird, welches örtlich die Scheideninfektion ausheilt und mit dem man auf oralem oder parenteralem Wege die Miterkrankung der Cervix und der Urethra der Frau, sowie die Infektion des Urogenitalapparates des Partners behandeln kann. Dabei könnte das oral oder parenteral gegebene Medikament von dem lokal applizierten durchaus verschieden sein, es müßte nur in wirksamer Form und Konzentration an die entsprechenden Organe gelangen.
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Unter 901 Frauen unserer Krebsvorsichtsuntersuchungsstelle fanden wir mit dem anaeroben Kulturverfahren bei 28,2% Trichomonaden in der Scheide. Die Prozentzahl der Erkrankten wird jenseits des 50. Lebensjahres bedeutend kleiner und beträgt in der Menopause 11,9% Schwangere waren zu 43,5% infiziert. Ein Oestrogenmangel disponiert nicht für das Angehen der Infektion. Reichlich ein Drittel aller Fluorformen war durch Trichomonaden bedingt. Dieses Symptom fehlt nur bei einem Sechstel aller infizierten Frauen. Bei 75,3% der Kranken fanden sich die Trichomonaden außer der Scheide noch in der Urethra oder in der Cervix. Ein Viertel der untersuchten Ehemänner der Infizierten war gleichfalls angesteckt, aber sie hatten fast nie Beschwerden. Einmal konnten wir Trichomonaden aus reseziertem Prostatagewebe züchten. Bei Untersuchungen von 51 Operationspräparaten konnten wir die Protozoen nie im Corpus uteri oder in den Tuben finden. 13 dieser Frauen hatten eine Trichomonaden-Colpitis. Die Frauen aus vorwiegend ländlichen Bezirken waren weniger häufig erkrankt (19%), als Frauen aus Industriebetrieben (40%). Es konnte kein Anhalt dafür gefunden werden, daß die Trichomonaden eine kanzerogene Wirkung entfalten; sie täuschen lediglich im zytologischen Abstrich krebsverdächtige Bilder vor. Die Karzinom- und Oberflächenkarzinomhäufigkeit ist bei Infizierten und Nichtinfizierten fast gleich groß. Im Süßwasser bleiben die Trichomonaden eine Stunde lang vermehrungsfähig, im gechlorten Wasser der Hallen- und Freibäder 10 Minuten lang. Eine Übertragung der Flagellaten in öffentlichen Bädern erscheint möglich, wenn auch der sexuelle Kontakt die Hauptursache darstellt. Meerwasser von 3,5% Kochsalzgehalt tötet die Trichomonaden in weniger als 5 Minuten ab. Im Nährboden bleiben sie bei Zimmertemperatur 6 Tage lang, bei +4 Grad Celsius 2 Tage lang vermehrungsfähig. Bei 46 Grad werden sie in einer Stunde abgetötet, bei 47 Grad in 10 Minuten. Die Einwirkung des Sonnenlichts auf ihre Lebensfähigkeit ist von geringer Bedeutung. In Vergleichen der Untersuchungsreihen wurden verschiedene handelsübliche Antibiotika und Chemotherapeutika auf ihre Wirksamkeit gegen die Trichomonaden-Colpitis untersucht. Dabei erwiesen sich manche Antibiotika auch bei gleichzeitiger oraler Gabe und oraler Behandlung des Sexualpartners den bisher bekannten Medikamenten nicht als überlegen. Keine Behandlungsmethode hatte einen primären Erfolg, nach der ersten Menstruation über 75%, die Dauererfolge lagen stets niedriger. Diese Ergebnisse werden sich erst bessern, wenn ein Antibiotikum oder Chemotherapeutikum gefunden wird, welches örtlich die Scheideninfektion ausheilt und mit dem man auf oralem oder parenteralem Wege die Miterkrankung der Cervix und der Urethra der Frau, sowie die Infektion des Urogenitalapparates des Partners behandeln kann. Dabei könnte das oral oder parenteral gegebene Medikament von dem lokal applizierten durchaus verschieden sein, es müßte nur in wirksamer Form und Konzentration an die entsprechenden Organe gelangen.
Key concepts: Medicine, Kidney disease, Gynecology, Internal medicine