SNAP-Index und Bispectral-Index während Narkoseeinleitung mit Propofol und Remifentanil
Gunter N. Schmidt, T. Standl, G. Lankenau, A. Hellstern, C. Hipp, P. Bischoff
Abstract
Gunter N. Schmidt, T. Standl, G. Lankenau, A. Hellstern, C. Hipp, P. Bischoff
Abstract
Fragestellung: In den letzten Jahren sind neue, kommerzielle „Narkosemonitore” vorgestellt worden. Bevor diese Systeme im klinischen Alltag zum Einsatz kommen, muss ihr Stellenwert in prospektiven Studien untersucht werden. Ziel der vorliegenden Studie war es, den SNAP-Index mit dem Bispectral-Index (BIS) während der Narkoseeinleitung mit Propofol und Remifentanil zu vergleichen. Methodik: Nach Genehmigung der lokalen Ethikkommission und schriftlichem Einverständnis untersuchten wir 19 Patientinnen während der Narkoseeinleitung vor gynäkologischen Eingriffen. Die Propofolinfusion (target controlled infusion) wurde in jeweils 0,5 µg/ml-Schritten bis zum Erlöschen einer Reaktionsantwort gesteigert. Anschließend erfolgte die Infusion von 0,4 µg/kg/min Remifentanil. Alle 20 s wurden der SNAP-Index, BIS, die Spektrale Eckfrequenz, der mittlere arterielle Blutdruck und die Herzfrequenz aufgezeichnet. Die Reaktion auf Reize zunehmender Intensität, vom Ansprechen in normaler Lautstärke bis zum kräftigen Schütteln, wurde mit der modifizierten „Observer’s Assessment of Alertness/Sedation Scale” (MOAAS, 5 = wach, 0 = vollständiges Erlöschen der Reaktionsantwort)” erfasst. Mit der „Prediction probability ( P K )” wurden Zusammenhänge aller Parameter mit der MOAAS und der Propofolzielkonzentration untersucht. Veränderungen nach Beginn der Remifentanilinfusion wurden mittels Friedman-Test und a posteriori mit dem Wilcoxon-Test evaluiert. Ergebnisse: SNAP-Index ( P K = 0,91) und BIS ( P K = 1,0) unterschieden zuverlässig zwischen den wachen Patienten (MOAAS = 5) und den Patienten mit vollständig erloschener Reaktion auf die dargebotenen Reize (MOAAS = 0). Statistisch signifikante Veränderungen nach Beginn der Remifentanilinfusion konnten mit Ausnahme des SNAP-Index für alle untersuchten Parameter gefunden werden. Schlussfolgerung: Im Gegensatz zu den Eckpunkten der Sedierung kann die analgetische Komponente einer Propofol/Remifentanil-Anästhesie mit dem SNAP-Index nicht angezeigt werden.
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Fragestellung: In den letzten Jahren sind neue, kommerzielle „Narkosemonitore” vorgestellt worden. Bevor diese Systeme im klinischen Alltag zum Einsatz kommen, muss ihr Stellenwert in prospektiven Studien untersucht werden. Ziel der vorliegenden Studie war es, den SNAP-Index mit dem Bispectral-Index (BIS) während der Narkoseeinleitung mit Propofol und Remifentanil zu vergleichen. Methodik: Nach Genehmigung der lokalen Ethikkommission und schriftlichem Einverständnis untersuchten wir 19 Patientinnen während der Narkoseeinleitung vor gynäkologischen Eingriffen. Die Propofolinfusion (target controlled infusion) wurde in jeweils 0,5 µg/ml-Schritten bis zum Erlöschen einer Reaktionsantwort gesteigert. Anschließend erfolgte die Infusion von 0,4 µg/kg/min Remifentanil. Alle 20 s wurden der SNAP-Index, BIS, die Spektrale Eckfrequenz, der mittlere arterielle Blutdruck und die Herzfrequenz aufgezeichnet. Die Reaktion auf Reize zunehmender Intensität, vom Ansprechen in normaler Lautstärke bis zum kräftigen Schütteln, wurde mit der modifizierten „Observer’s Assessment of Alertness/Sedation Scale” (MOAAS, 5 = wach, 0 = vollständiges Erlöschen der Reaktionsantwort)” erfasst. Mit der „Prediction probability ( P K )” wurden Zusammenhänge aller Parameter mit der MOAAS und der Propofolzielkonzentration untersucht. Veränderungen nach Beginn der Remifentanilinfusion wurden mittels Friedman-Test und a posteriori mit dem Wilcoxon-Test evaluiert. Ergebnisse: SNAP-Index ( P K = 0,91) und BIS ( P K = 1,0) unterschieden zuverlässig zwischen den wachen Patienten (MOAAS = 5) und den Patienten mit vollständig erloschener Reaktion auf die dargebotenen Reize (MOAAS = 0). Statistisch signifikante Veränderungen nach Beginn der Remifentanilinfusion konnten mit Ausnahme des SNAP-Index für alle untersuchten Parameter gefunden werden. Schlussfolgerung: Im Gegensatz zu den Eckpunkten der Sedierung kann die analgetische Komponente einer Propofol/Remifentanil-Anästhesie mit dem SNAP-Index nicht angezeigt werden.
Key concepts: Remifentanil, Bispectral index, Propofol, Anesthesia, Medicine, Sedation, Heart rate, Blood pressure