Infektiöse Antibiotikaresistenz bei Haemophilus influenzae
Rainer Laufs, Paul-Michael Kaulfers, Gerhard Jahn
Abstract
Rainer Laufs, Paul-Michael Kaulfers, Gerhard Jahn
Abstract
Eitrige Infektionen durch Haemophilus influenzae konnten in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten erfolgreich mit Ampicillin behandelt werden. Jetzt sind in der Bundesrepublik Ampicillin-resistente Haemophilus-influenzae-Stämme aufgetreten. Als Ursache der Ampicillinresistenz konnte bei einem Isolat ein Plasmid mit Resistenzgenen (R-Faktor) nachgewiesen werden. Dieser R-Faktor steuert die Produktion einer β-Lactamase vom TEM-Typ, die das Ampicillin abbaut. Die infektiöse Natur dieser Ampicillinresistenz wurde dadurch nachgewiesen, daß sie durch Kokultivation auf andere Bakterienspezies übertragbar war. Gleichzeitig mit den Ampicillin-resistenten Stämmen traten auch Tetracyclin-resistente H.-influenzae-Isolate in der Bundesrepublik auf, deren Resistenz ebenfalls an Plasmide gebunden ist. Auch diese R-Faktoren sind infektiös. Die molekulare Analyse der drei isolierten Resistenzfaktoren bei H. influenzae zeigte, daß sie die gleichen Resistenzgene tragen, wie sie von R-Faktoren aus Enterobakterien her bekannt sind. Möglicherweise haben sich die R-Faktoren von den Enterobakterien durch den ständigen Selektionsdruck der Antibiotika über Speziesbarrieren hinweg nunmehr auch auf H. influenzae ausgebreitet. Bei der Therapie eitriger Infektionen durch H. influenzae, zum Beispiel bei der kindlichen Meningitis, kann man nicht mehr länger von einer generellen Ampicillinempfindlichkeit des Erregers ausgehen. Neben den Ampicillin-und Tetracyclin-resistenten Stämmen sind auch vereinzelt H.-influenzae-Isolate aufgetreten, die gegen Chloramphenicol resistent sind.
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Eitrige Infektionen durch Haemophilus influenzae konnten in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten erfolgreich mit Ampicillin behandelt werden. Jetzt sind in der Bundesrepublik Ampicillin-resistente Haemophilus-influenzae-Stämme aufgetreten. Als Ursache der Ampicillinresistenz konnte bei einem Isolat ein Plasmid mit Resistenzgenen (R-Faktor) nachgewiesen werden. Dieser R-Faktor steuert die Produktion einer β-Lactamase vom TEM-Typ, die das Ampicillin abbaut. Die infektiöse Natur dieser Ampicillinresistenz wurde dadurch nachgewiesen, daß sie durch Kokultivation auf andere Bakterienspezies übertragbar war. Gleichzeitig mit den Ampicillin-resistenten Stämmen traten auch Tetracyclin-resistente H.-influenzae-Isolate in der Bundesrepublik auf, deren Resistenz ebenfalls an Plasmide gebunden ist. Auch diese R-Faktoren sind infektiös. Die molekulare Analyse der drei isolierten Resistenzfaktoren bei H. influenzae zeigte, daß sie die gleichen Resistenzgene tragen, wie sie von R-Faktoren aus Enterobakterien her bekannt sind. Möglicherweise haben sich die R-Faktoren von den Enterobakterien durch den ständigen Selektionsdruck der Antibiotika über Speziesbarrieren hinweg nunmehr auch auf H. influenzae ausgebreitet. Bei der Therapie eitriger Infektionen durch H. influenzae, zum Beispiel bei der kindlichen Meningitis, kann man nicht mehr länger von einer generellen Ampicillinempfindlichkeit des Erregers ausgehen. Neben den Ampicillin-und Tetracyclin-resistenten Stämmen sind auch vereinzelt H.-influenzae-Isolate aufgetreten, die gegen Chloramphenicol resistent sind.
Key concepts: Ampicillin, Haemophilus influenzae, Amp resistance, Microbiology, Tetracycline, Plasmid, Haemophilus, Antibiotic resistance