1977DMW - Deutsche Medizinische WochenschriftRequires access

Morphologische Klassifikation der oralen Leukoplakien

A Burkhardt, G. Seifert

Open publisher page 27 citations

Abstract

Bei 656 oralen Leukoplakien wurden die Prinzipien der Klassifikation nach makroskopischen Aspekten, mikroskopischen Wuchsformen und der histologisch-zytologischen Differenzierung analysiert und die Beziehungen zum Mundhöhlenkrebs untersucht. Makroskopisch lassen sich homogene und gefleckte Leukoplakien unterscheiden, nach der Wuchsform plane (70%), papillär-endophytische (22%) und papillomatös-exophytische (8%) Leukoplakien. Histologisch-zytologische Merkmale sind die Epithelhyperplasie (Hyperkeratose mit Ortho- oder Parakeratose, Akanthose) und die Epitheldysplasie (Dyskeratose, Basalzellhyperplasie, Verlust der polaren Anordnung der Basalzellen, Zellpolymorphie, erhöhte Mitoserate). Keine oder geringe Dysplasien wurden in 74% der Leukoplakien nachgewiesen, mittelgradige in 17% und hochgradige in 6%. Das Carcinoma in situ, als hochgradige Dysplasie unter zusätzlicher Aufhebung der Epithelschichtung definiert, wurde in 3% beobachtet. Mit insgesamt fast 10% (Zusammenfassung der hochgradigen Dysplasien und des Carcinoma in situ) müssen somit präkanzeröse Leukoplakien als besondere Gruppe von den übrigen Leukoplakien abgegrenzt werden. Zwischen dysplastischen Leukoplakien und Mundhöhlenkrebs ergaben sich zahlreiche Korrelationen bezüglich Lokalisation, Alters- und Geschlechtsverteilung. Die Stromareaktionen (entzündliche Infiltrate, interepitheliale Zellen, Faser- und Basalmembranveränderungen) sowie die Candidabesiedlung wurden bei den einzelnen Leukoplakieformen analysiert. Auch dabei ergab sich ein häufigeres Vorkommen ausgeprägter Stromareaktionen und der Candidabesiedlung bei den Leukoplakien mit stärkerer Dysplasie.

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Bei 656 oralen Leukoplakien wurden die Prinzipien der Klassifikation nach makroskopischen Aspekten, mikroskopischen Wuchsformen und der histologisch-zytologischen Differenzierung analysiert und die Beziehungen zum Mundhöhlenkrebs untersucht. Makroskopisch lassen sich homogene und gefleckte Leukoplakien unterscheiden, nach der Wuchsform plane (70%), papillär-endophytische (22%) und papillomatös-exophytische (8%) Leukoplakien. Histologisch-zytologische Merkmale sind die Epithelhyperplasie (Hyperkeratose mit Ortho- oder Parakeratose, Akanthose) und die Epitheldysplasie (Dyskeratose, Basalzellhyperplasie, Verlust der polaren Anordnung der Basalzellen, Zellpolymorphie, erhöhte Mitoserate). Keine oder geringe Dysplasien wurden in 74% der Leukoplakien nachgewiesen, mittelgradige in 17% und hochgradige in 6%. Das Carcinoma in situ, als hochgradige Dysplasie unter zusätzlicher Aufhebung der Epithelschichtung definiert, wurde in 3% beobachtet. Mit insgesamt fast 10% (Zusammenfassung der hochgradigen Dysplasien und des Carcinoma in situ) müssen somit präkanzeröse Leukoplakien als besondere Gruppe von den übrigen Leukoplakien abgegrenzt werden. Zwischen dysplastischen Leukoplakien und Mundhöhlenkrebs ergaben sich zahlreiche Korrelationen bezüglich Lokalisation, Alters- und Geschlechtsverteilung. Die Stromareaktionen (entzündliche Infiltrate, interepitheliale Zellen, Faser- und Basalmembranveränderungen) sowie die Candidabesiedlung wurden bei den einzelnen Leukoplakieformen analysiert. Auch dabei ergab sich ein häufigeres Vorkommen ausgeprägter Stromareaktionen und der Candidabesiedlung bei den Leukoplakien mit stärkerer Dysplasie.

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Bei 656 oralen Leukoplakien wurden die Prinzipien der Klassifikation nach makroskopischen Aspekten, mikroskopischen Wuchsformen und der histologisch-zytologischen Differenzierung analysiert und die Beziehungen zum Mundhöhlenkrebs untersucht. Makroskopisch lassen sich homogene und gefleckte Leukoplakien unterscheiden, nach der Wuchsform plane (70%), papillär-endophytische (22%) und papillomatös-exophytische (8%) Leukoplakien. Histologisch-zytologische Merkmale sind die Epithelhyperplasie (Hyperkeratose mit Ortho- oder Parakeratose, Akanthose) und die Epitheldysplasie (Dyskeratose, Basalzellhyperplasie, Verlust der polaren Anordnung der Basalzellen, Zellpolymorphie, erhöhte Mitoserate). Keine oder geringe Dysplasien wurden in 74% der Leukoplakien nachgewiesen, mittelgradige in 17% und hochgradige in 6%. Das Carcinoma in situ, als hochgradige Dysplasie unter zusätzlicher Aufhebung der Epithelschichtung definiert, wurde in 3% beobachtet. Mit insgesamt fast 10% (Zusammenfassung der hochgradigen Dysplasien und des Carcinoma in situ) müssen somit präkanzeröse Leukoplakien als besondere Gruppe von den übrigen Leukoplakien abgegrenzt werden. Zwischen dysplastischen Leukoplakien und Mundhöhlenkrebs ergaben sich zahlreiche Korrelationen bezüglich Lokalisation, Alters- und Geschlechtsverteilung. Die Stromareaktionen (entzündliche Infiltrate, interepitheliale Zellen, Faser- und Basalmembranveränderungen) sowie die Candidabesiedlung wurden bei den einzelnen Leukoplakieformen analysiert. Auch dabei ergab sich ein häufigeres Vorkommen ausgeprägter Stromareaktionen und der Candidabesiedlung bei den Leukoplakien mit stärkerer Dysplasie.

Key concepts: Leukoplakia, Dysplasia, Carcinoma in situ, Hyperkeratosis, Pathology, Dyskeratosis, Acantholysis, Epithelial dysplasia

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