2008DMW - Deutsche Medizinische WochenschriftRequires access

Risikofaktoren der endoskopischen Manometrie bei Verdacht auf Sphinkter-Oddi-Dysfunktion

Till Wehrmann, Olaf Wendler, M. Jung, W. F. Caspary

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Abstract

Fragestellung: Eine erhöhte Pankreatitis-Inzidenz nach endoskopischer Manometrie des Sphinkter Oddi ist beschrieben. Es sollten daher die Häufigkeit der Post-Manometrie-Pankreatitis und deren Schweregrad prospektiv untersucht sowie potentielle Risikofaktoren ermittelt werden. Patienten und Methodik: Zwischen Juni 1988 und Mai 1996 wurden 207 Patienten, bei denen der Verdacht auf eine biliäre Sphinkter-Oddi-Dysfunktion (SOD) bzw. 23 Patienten, bei denen der Verdacht auf eine pankreatische SOD bestand, standardisiert manometrisch untersucht. Alle Patienten wurden für mindestens 24 Stunden stationär beobachtet. Eine Post-Manometrie-Pankreatitis wurde durch das Auftreten von epigastrischen Schmerzen und einen Anstieg der Konzentration der Serum-Amylase über das Dreifache der Norm definiert. Es erfolgte eine uni- bzw. multivariate Analyse potentieller Risikofaktoren für eine Post-Manometrie-Pankreatitis. Ergebnisse: Eine Pankreatitis wurde bei 19 Patienten (9 %) mit vermuteter biliärer und bei 6 Patienten (26 %) mit vermuteter pankreatischer SOD beobachtet ( P < 0,01). Es wurden 17 leichtgradige und 8 mittelgradige Pankreatitiden dokumentiert. Kein Patient starb oder erlitt dauerhafte Schäden. Als Patienten-assoziierte Risikofaktoren konnten eine vorangegangene Pankreatitis nach endoskopischer retrograder Cholangio-Pankreatikographie (ERCP) ( P < 0,01) sowie das Vorliegen einer SOD ( P < 0,01) identifiziert werden. Methoden-assoziierte Faktoren waren eine auf über 5 Minuten verlängerte Meßdauer ( P < 0,05) und die Manometrie im Pankreasgangsystem ( P < 0,05). Die simultane Durchführung einer endoskopischen Sphinkterotomie bei SOD führte zu einer Reduktion des Pankreatitis-Risikos ( P < 0,01). Folgerung: Als spezifische und häufig vermeidbare Risikofaktoren für eine Post-Manometrie-Pankreatitis wurden neben dem technischen Vorgehen eine früher abgelaufene Pankreatitis nach ERCP und das Vorliegen einer SOD identifiziert. Durch kurze Manometriedauer, Vermeiden der Pankreassondierung und durch rechtzeitige Aufklärung des Patienten über die möglicherweise notwendige simultane endoskopische Sphinkterotomie könnte das Pankreatitisrisiko gesenkt werden.

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Fragestellung: Eine erhöhte Pankreatitis-Inzidenz nach endoskopischer Manometrie des Sphinkter Oddi ist beschrieben. Es sollten daher die Häufigkeit der Post-Manometrie-Pankreatitis und deren Schweregrad prospektiv untersucht sowie potentielle Risikofaktoren ermittelt werden. Patienten und Methodik: Zwischen Juni 1988 und Mai 1996 wurden 207 Patienten, bei denen der Verdacht auf eine biliäre Sphinkter-Oddi-Dysfunktion (SOD) bzw. 23 Patienten, bei denen der Verdacht auf eine pankreatische SOD bestand, standardisiert manometrisch untersucht. Alle Patienten wurden für mindestens 24 Stunden stationär beobachtet. Eine Post-Manometrie-Pankreatitis wurde durch das Auftreten von epigastrischen Schmerzen und einen Anstieg der Konzentration der Serum-Amylase über das Dreifache der Norm definiert. Es erfolgte eine uni- bzw. multivariate Analyse potentieller Risikofaktoren für eine Post-Manometrie-Pankreatitis. Ergebnisse: Eine Pankreatitis wurde bei 19 Patienten (9 %) mit vermuteter biliärer und bei 6 Patienten (26 %) mit vermuteter pankreatischer SOD beobachtet ( P < 0,01). Es wurden 17 leichtgradige und 8 mittelgradige Pankreatitiden dokumentiert. Kein Patient starb oder erlitt dauerhafte Schäden. Als Patienten-assoziierte Risikofaktoren konnten eine vorangegangene Pankreatitis nach endoskopischer retrograder Cholangio-Pankreatikographie (ERCP) ( P < 0,01) sowie das Vorliegen einer SOD ( P < 0,01) identifiziert werden. Methoden-assoziierte Faktoren waren eine auf über 5 Minuten verlängerte Meßdauer ( P < 0,05) und die Manometrie im Pankreasgangsystem ( P < 0,05). Die simultane Durchführung einer endoskopischen Sphinkterotomie bei SOD führte zu einer Reduktion des Pankreatitis-Risikos ( P < 0,01). Folgerung: Als spezifische und häufig vermeidbare Risikofaktoren für eine Post-Manometrie-Pankreatitis wurden neben dem technischen Vorgehen eine früher abgelaufene Pankreatitis nach ERCP und das Vorliegen einer SOD identifiziert. Durch kurze Manometriedauer, Vermeiden der Pankreassondierung und durch rechtzeitige Aufklärung des Patienten über die möglicherweise notwendige simultane endoskopische Sphinkterotomie könnte das Pankreatitisrisiko gesenkt werden.

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Main findings

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Applications

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Fragestellung: Eine erhöhte Pankreatitis-Inzidenz nach endoskopischer Manometrie des Sphinkter Oddi ist beschrieben. Es sollten daher die Häufigkeit der Post-Manometrie-Pankreatitis und deren Schweregrad prospektiv untersucht sowie potentielle Risikofaktoren ermittelt werden. Patienten und Methodik: Zwischen Juni 1988 und Mai 1996 wurden 207 Patienten, bei denen der Verdacht auf eine biliäre Sphinkter-Oddi-Dysfunktion (SOD) bzw. 23 Patienten, bei denen der Verdacht auf eine pankreatische SOD bestand, standardisiert manometrisch untersucht. Alle Patienten wurden für mindestens 24 Stunden stationär beobachtet. Eine Post-Manometrie-Pankreatitis wurde durch das Auftreten von epigastrischen Schmerzen und einen Anstieg der Konzentration der Serum-Amylase über das Dreifache der Norm definiert. Es erfolgte eine uni- bzw. multivariate Analyse potentieller Risikofaktoren für eine Post-Manometrie-Pankreatitis. Ergebnisse: Eine Pankreatitis wurde bei 19 Patienten (9 %) mit vermuteter biliärer und bei 6 Patienten (26 %) mit vermuteter pankreatischer SOD beobachtet ( P < 0,01). Es wurden 17 leichtgradige und 8 mittelgradige Pankreatitiden dokumentiert. Kein Patient starb oder erlitt dauerhafte Schäden. Als Patienten-assoziierte Risikofaktoren konnten eine vorangegangene Pankreatitis nach endoskopischer retrograder Cholangio-Pankreatikographie (ERCP) ( P < 0,01) sowie das Vorliegen einer SOD ( P < 0,01) identifiziert werden. Methoden-assoziierte Faktoren waren eine auf über 5 Minuten verlängerte Meßdauer ( P < 0,05) und die Manometrie im Pankreasgangsystem ( P < 0,05). Die simultane Durchführung einer endoskopischen Sphinkterotomie bei SOD führte zu einer Reduktion des Pankreatitis-Risikos ( P < 0,01). Folgerung: Als spezifische und häufig vermeidbare Risikofaktoren für eine Post-Manometrie-Pankreatitis wurden neben dem technischen Vorgehen eine früher abgelaufene Pankreatitis nach ERCP und das Vorliegen einer SOD identifiziert. Durch kurze Manometriedauer, Vermeiden der Pankreassondierung und durch rechtzeitige Aufklärung des Patienten über die möglicherweise notwendige simultane endoskopische Sphinkterotomie könnte das Pankreatitisrisiko gesenkt werden.

Key concepts: Medicine, Sphincter of Oddi dysfunction, Sphincter of Oddi, Pancreatitis, Gastroenterology, Internal medicine, Endoscopic retrograde cholangiopancreatography, Pancreatic duct

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