1983•Geburtshilfe und FrauenheilkundeRequires access

Reduzierung der Mangelgeburt sowie der vorzeitigen Amnionruptur und Frühgeburt nach Magnesium-Zusatztherapie bei Betamimetika/Cerclagebehandelten Risiko-Schwangerschaften

A. Conradt, Hans G. Weidinger, H. Algayer

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Abstract

Von 4905 Einlings-Schwangerschaften der 4 Jahre 1979-1982 werden retrospektiv die 534 Risiko-Schwangerschaften selektiert, die mit Tokolyse und Cerclage (T + C) behandelt wurden (10,9%). Indikationen zu T + C waren: vorzeitige Zervixreife bzw. Wehentätigkeit vorder 29. SSW, Zustand nach Blutung im I./II. Trimenon mit intakter Gravidität oder anamnestisch Spätabort/ Frühgeburt. Die Patientinnen erhielten adjuvant zum Betamimetikum seit Ende 1979 zur »Kardioprotektion« ein K-Mg-Vitamin-Präparat (Feto-Longoral®) und seit Beginn des Jahres 1981 zur »Unterstützung der Tokolyse« 30-40 mval Mg/die oral in Form von Magnesium-Aspartat (Mg 5-Longoral®). Ausgewertet und verglichen werden bei den jährlichen Risikokollektiven (T + C) Durchschnittsalter, Parität, Prozentsatz der hinzugekommenen Magnesiummedikation; dazu die Schwangerschaftsausgänge, betrachtet anhand der Schwangerschaftsdauer ≤ 36. SSW, der Frequenz der vorzeitigen Blasensprünge (VBIS) bei unreifem und reifem Kind und der Zahl der intrauterin retardierten Kinder (IUR) (< 10. Perzentile der Bayerischen Perinatalerhebung). Zum Vergleich werden die Daten des Schwangerschaftsausgangs auch von den Normalkollektiven (N) der jeweiligen Jahrgänge mitgeteilt. In den jährlichen T + C-Gruppen betragen der arithmetische Altersdurchschnitt 25,6 bis 26,8 Jahre und die prozentualen Anteile der Erstparität 50,4 bis 52,8%. Die adjuvante Magnesiumtherapie mit 30-40 mval Mg/die erhielten 1981 72,1% und 1982 92,7% der T + C - Patientinnen. Die Zahl der Tragzeiten ≤ 36. SSW (vollendet) beträgt in den N-Kollektiven ca. 2%, in den T + C-Gruppen ein Mehrfaches davon. Sie reduziert sich jedoch von Jahr zu Jahr von 11,0% (1979) auf 4,9% (1982). Die Frequenz der VBIS bei unreifem (ur) und reifem (r) Kind beträgt in den Risikogruppen von 1979 und 1980 6% (ur) bzw. 22% (r). Sie reduziert sich 1981 auf 2,2% (ur) bzw. 9,6% (r) und 1982 auf 1,6% (ur) bzw. 14,6% (r). In den Normalkollektiven beträgt sie ca. 1% (ur) bzw. 12-17% (r). Die Rate intrauteriner Retardierungen (< 10. Perzentile BPE) beträgt in der T + C-Gruppe von 1979 20,5% und in der von 1980 17,5%. Sie reduziert sich ca. um die Hälfte im Jahr 1981 auf 8,8% und im Jahr 1982 auf 10,6%. In den Normalkollektiven beträgt sie 8,3 bis 11,5%. Der »Gewichtsgewinn« geht auch über die mitausgewertete 25. Perzentile (nach Hohenauer ) hinaus. Die statistische Prüfung hat explorativen Charakter. Die anhand der stochastisch abhängigen Variablen (S-Dauer, VBIS, IUR) verglichenen geburtlichen Resultate (4 simultane χ -Tests) unterscheiden sich signifikant hinsichtlich der zusammengefaßten Jahrgänge 1979 und 1980 von 1981 und 1982. In beiden letzteren Jahrgängen erfolgte die 30-40 mval Magnesiumzusatztherapie. Die Ergebnisse zeigen, daß Patientinnen mit Tokolyse und Cerclage nach den genannten Indikationen mehr Früh- und Mangelgeburten aufweisen als Normalkollektive (ein Flinweis auf mehr Plazentainsuffizienzen). In den beiden Jahrgängen mit 30-40 mval Magnesium-Zusatztherapie reduzierten sich kurze Schwangerschaftsverläufe, Frequenz des VBIS und Rate der intrauterinen fetalen Retardierungen. Daraus könnte geschlossen werden, daß für einen bestimmten Prozentsatz der Frühgeburten und Mangelgeburten ein relativer Magnesiummangel verantwortlich gewesen sein könnte, dessen Substitution zu besseren Resultaten geführt hat.

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Von 4905 Einlings-Schwangerschaften der 4 Jahre 1979-1982 werden retrospektiv die 534 Risiko-Schwangerschaften selektiert, die mit Tokolyse und Cerclage (T + C) behandelt wurden (10,9%). Indikationen zu T + C waren: vorzeitige Zervixreife bzw. Wehentätigkeit vorder 29. SSW, Zustand nach Blutung im I./II. Trimenon mit intakter Gravidität oder anamnestisch Spätabort/ Frühgeburt. Die Patientinnen erhielten adjuvant zum Betamimetikum seit Ende 1979 zur »Kardioprotektion« ein K-Mg-Vitamin-Präparat (Feto-Longoral®) und seit Beginn des Jahres 1981 zur »Unterstützung der Tokolyse« 30-40 mval Mg/die oral in Form von Magnesium-Aspartat (Mg 5-Longoral®). Ausgewertet und verglichen werden bei den jährlichen Risikokollektiven (T + C) Durchschnittsalter, Parität, Prozentsatz der hinzugekommenen Magnesiummedikation; dazu die Schwangerschaftsausgänge, betrachtet anhand der Schwangerschaftsdauer ≤ 36. SSW, der Frequenz der vorzeitigen Blasensprünge (VBIS) bei unreifem und reifem Kind und der Zahl der intrauterin retardierten Kinder (IUR) (< 10. Perzentile der Bayerischen Perinatalerhebung). Zum Vergleich werden die Daten des Schwangerschaftsausgangs auch von den Normalkollektiven (N) der jeweiligen Jahrgänge mitgeteilt. In den jährlichen T + C-Gruppen betragen der arithmetische Altersdurchschnitt 25,6 bis 26,8 Jahre und die prozentualen Anteile der Erstparität 50,4 bis 52,8%. Die adjuvante Magnesiumtherapie mit 30-40 mval Mg/die erhielten 1981 72,1% und 1982 92,7% der T + C - Patientinnen. Die Zahl der Tragzeiten ≤ 36. SSW (vollendet) beträgt in den N-Kollektiven ca. 2%, in den T + C-Gruppen ein Mehrfaches davon. Sie reduziert sich jedoch von Jahr zu Jahr von 11,0% (1979) auf 4,9% (1982). Die Frequenz der VBIS bei unreifem (ur) und reifem (r) Kind beträgt in den Risikogruppen von 1979 und 1980 6% (ur) bzw. 22% (r). Sie reduziert sich 1981 auf 2,2% (ur) bzw. 9,6% (r) und 1982 auf 1,6% (ur) bzw. 14,6% (r). In den Normalkollektiven beträgt sie ca. 1% (ur) bzw. 12-17% (r). Die Rate intrauteriner Retardierungen (< 10. Perzentile BPE) beträgt in der T + C-Gruppe von 1979 20,5% und in der von 1980 17,5%. Sie reduziert sich ca. um die Hälfte im Jahr 1981 auf 8,8% und im Jahr 1982 auf 10,6%. In den Normalkollektiven beträgt sie 8,3 bis 11,5%. Der »Gewichtsgewinn« geht auch über die mitausgewertete 25. Perzentile (nach Hohenauer ) hinaus. Die statistische Prüfung hat explorativen Charakter. Die anhand der stochastisch abhängigen Variablen (S-Dauer, VBIS, IUR) verglichenen geburtlichen Resultate (4 simultane χ -Tests) unterscheiden sich signifikant hinsichtlich der zusammengefaßten Jahrgänge 1979 und 1980 von 1981 und 1982. In beiden letzteren Jahrgängen erfolgte die 30-40 mval Magnesiumzusatztherapie. Die Ergebnisse zeigen, daß Patientinnen mit Tokolyse und Cerclage nach den genannten Indikationen mehr Früh- und Mangelgeburten aufweisen als Normalkollektive (ein Flinweis auf mehr Plazentainsuffizienzen). In den beiden Jahrgängen mit 30-40 mval Magnesium-Zusatztherapie reduzierten sich kurze Schwangerschaftsverläufe, Frequenz des VBIS und Rate der intrauterinen fetalen Retardierungen. Daraus könnte geschlossen werden, daß für einen bestimmten Prozentsatz der Frühgeburten und Mangelgeburten ein relativer Magnesiummangel verantwortlich gewesen sein könnte, dessen Substitution zu besseren Resultaten geführt hat.

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Method / approach

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Main findings

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Limitations

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Applications

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Available abstract

Von 4905 Einlings-Schwangerschaften der 4 Jahre 1979-1982 werden retrospektiv die 534 Risiko-Schwangerschaften selektiert, die mit Tokolyse und Cerclage (T + C) behandelt wurden (10,9%). Indikationen zu T + C waren: vorzeitige Zervixreife bzw. Wehentätigkeit vorder 29. SSW, Zustand nach Blutung im I./II. Trimenon mit intakter Gravidität oder anamnestisch Spätabort/ Frühgeburt. Die Patientinnen erhielten adjuvant zum Betamimetikum seit Ende 1979 zur »Kardioprotektion« ein K-Mg-Vitamin-Präparat (Feto-Longoral®) und seit Beginn des Jahres 1981 zur »Unterstützung der Tokolyse« 30-40 mval Mg/die oral in Form von Magnesium-Aspartat (Mg 5-Longoral®). Ausgewertet und verglichen werden bei den jährlichen Risikokollektiven (T + C) Durchschnittsalter, Parität, Prozentsatz der hinzugekommenen Magnesiummedikation; dazu die Schwangerschaftsausgänge, betrachtet anhand der Schwangerschaftsdauer ≤ 36. SSW, der Frequenz der vorzeitigen Blasensprünge (VBIS) bei unreifem und reifem Kind und der Zahl der intrauterin retardierten Kinder (IUR) (< 10. Perzentile der Bayerischen Perinatalerhebung). Zum Vergleich werden die Daten des Schwangerschaftsausgangs auch von den Normalkollektiven (N) der jeweiligen Jahrgänge mitgeteilt. In den jährlichen T + C-Gruppen betragen der arithmetische Altersdurchschnitt 25,6 bis 26,8 Jahre und die prozentualen Anteile der Erstparität 50,4 bis 52,8%. Die adjuvante Magnesiumtherapie mit 30-40 mval Mg/die erhielten 1981 72,1% und 1982 92,7% der T + C - Patientinnen. Die Zahl der Tragzeiten ≤ 36. SSW (vollendet) beträgt in den N-Kollektiven ca. 2%, in den T + C-Gruppen ein Mehrfaches davon. Sie reduziert sich jedoch von Jahr zu Jahr von 11,0% (1979) auf 4,9% (1982). Die Frequenz der VBIS bei unreifem (ur) und reifem (r) Kind beträgt in den Risikogruppen von 1979 und 1980 6% (ur) bzw. 22% (r). Sie reduziert sich 1981 auf 2,2% (ur) bzw. 9,6% (r) und 1982 auf 1,6% (ur) bzw. 14,6% (r). In den Normalkollektiven beträgt sie ca. 1% (ur) bzw. 12-17% (r). Die Rate intrauteriner Retardierungen (< 10. Perzentile BPE) beträgt in der T + C-Gruppe von 1979 20,5% und in der von 1980 17,5%. Sie reduziert sich ca. um die Hälfte im Jahr 1981 auf 8,8% und im Jahr 1982 auf 10,6%. In den Normalkollektiven beträgt sie 8,3 bis 11,5%. Der »Gewichtsgewinn« geht auch über die mitausgewertete 25. Perzentile (nach Hohenauer ) hinaus. Die statistische Prüfung hat explorativen Charakter. Die anhand der stochastisch abhängigen Variablen (S-Dauer, VBIS, IUR) verglichenen geburtlichen Resultate (4 simultane χ -Tests) unterscheiden sich signifikant hinsichtlich der zusammengefaßten Jahrgänge 1979 und 1980 von 1981 und 1982. In beiden letzteren Jahrgängen erfolgte die 30-40 mval Magnesiumzusatztherapie. Die Ergebnisse zeigen, daß Patientinnen mit Tokolyse und Cerclage nach den genannten Indikationen mehr Früh- und Mangelgeburten aufweisen als Normalkollektive (ein Flinweis auf mehr Plazentainsuffizienzen). In den beiden Jahrgängen mit 30-40 mval Magnesium-Zusatztherapie reduzierten sich kurze Schwangerschaftsverläufe, Frequenz des VBIS und Rate der intrauterinen fetalen Retardierungen. Daraus könnte geschlossen werden, daß für einen bestimmten Prozentsatz der Frühgeburten und Mangelgeburten ein relativer Magnesiummangel verantwortlich gewesen sein könnte, dessen Substitution zu besseren Resultaten geführt hat.

Key concepts: Medicine, Gynecology, Art

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