Die Elektroejakulation in der Behandlung von neurogenen Ejakulationsstörungen
J. Denil, Dana A. Ohl, Udo Jonas, Edward J. McGuire
Abstract
J. Denil, Dana A. Ohl, Udo Jonas, Edward J. McGuire
Abstract
Rektale Elektrostimulation des inneren männlichen Genitale hat sich zu einer wirksamen Behandlung neurogener Ejakulationsstörungen jeder Ätiologie entwickelt. Hauptindikation ist der Ejakulationsverlust nach Querschnittlähmung, gefolgt von Anejakulation nach radikaler retroperitonealer Lymphadenektomie wegen Hodenkrebs. Sie kann auch bei Ejakulationsverlust durch Diabetes mellitus, multiple Sklerose oder Meningomyelozele und bei idiopathischer (psychogener) Anejakulation angewandt werden. An der Universität Michigan wurden bislang 198 Männer mit Elektroejakulation behandelt. Fast immer konnte eine Samenemission initiiert werden. Ein Ejakulat mit adäquater Qualität für artifizielle Insemination wurde bei 75 % der Querschnittgelähmten und bei 87 % der Männer nach retroperitonealer Lymphadenektomie gewonnen. Bei den zwei Drittel unserer Patienten mit Kinderwunsch konnte die Elektroejakulation mit nachfolgender artifizieller Insemination 49 Schwangerschaften induzieren. Daraus wurden bis jetzt 35 gesunde Kinder geboren. Nebenwirkungen waren minimal und ernsthafte Komplikationen selten. Limitierend sind die ausgeprägte Asthenozoospermie der Ejakulate nach Elektroejakulation, sowie die funktionellen Abnormalitäten, die sowohl durch die Stimulation als auch durch die chronische Anejakulation bedingt sein können. Die niedrige Samenqualität kann durch moderne Labor- und Inseminierungstechniken teilweise kompensiert werden. Neue diagnostische Verfahren und heute noch experimentelle Inseminationstechniken werden die Erfolge welter verbessern können. Individuelle prognostische Aussagen aufgrund der Anamnese und der Qualität der Ejakulate konnten bisher nicht gemacht werden, aber in mehreren Studien zeichnen sich Tendenzen ab. Elektroejakulation mit artifizieller Insemination ist eine wirksame und komplikationsarme Behandlung der männlichen Infertilität durch neurogene Anejakulation.
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Rektale Elektrostimulation des inneren männlichen Genitale hat sich zu einer wirksamen Behandlung neurogener Ejakulationsstörungen jeder Ätiologie entwickelt. Hauptindikation ist der Ejakulationsverlust nach Querschnittlähmung, gefolgt von Anejakulation nach radikaler retroperitonealer Lymphadenektomie wegen Hodenkrebs. Sie kann auch bei Ejakulationsverlust durch Diabetes mellitus, multiple Sklerose oder Meningomyelozele und bei idiopathischer (psychogener) Anejakulation angewandt werden. An der Universität Michigan wurden bislang 198 Männer mit Elektroejakulation behandelt. Fast immer konnte eine Samenemission initiiert werden. Ein Ejakulat mit adäquater Qualität für artifizielle Insemination wurde bei 75 % der Querschnittgelähmten und bei 87 % der Männer nach retroperitonealer Lymphadenektomie gewonnen. Bei den zwei Drittel unserer Patienten mit Kinderwunsch konnte die Elektroejakulation mit nachfolgender artifizieller Insemination 49 Schwangerschaften induzieren. Daraus wurden bis jetzt 35 gesunde Kinder geboren. Nebenwirkungen waren minimal und ernsthafte Komplikationen selten. Limitierend sind die ausgeprägte Asthenozoospermie der Ejakulate nach Elektroejakulation, sowie die funktionellen Abnormalitäten, die sowohl durch die Stimulation als auch durch die chronische Anejakulation bedingt sein können. Die niedrige Samenqualität kann durch moderne Labor- und Inseminierungstechniken teilweise kompensiert werden. Neue diagnostische Verfahren und heute noch experimentelle Inseminationstechniken werden die Erfolge welter verbessern können. Individuelle prognostische Aussagen aufgrund der Anamnese und der Qualität der Ejakulate konnten bisher nicht gemacht werden, aber in mehreren Studien zeichnen sich Tendenzen ab. Elektroejakulation mit artifizieller Insemination ist eine wirksame und komplikationsarme Behandlung der männlichen Infertilität durch neurogene Anejakulation.
Key concepts: Gynecology, Medicine