1998Laryngo-Rhino-OtologieRequires access

Stimmrehabilitation nach totaler Laryngektomie. Stimmprothesen oder Ösophagus-Ersatzstimme?

I. Daniilidis, Angelos Nikolaou, Konstantinos Markou, A. Kotsani

Open publisher page 7 citations

Abstract

Hintergrund: Das Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, bei laryngektomierten Patienten die Phonation durch eine Stimmprothese mit der Ösophagus-Ersatzstimme qualitativ zu vergleichen. Methode und Patienten: In den letzten 7 Jahren haben 265 kehlkopflose Patienten unserer Klinik die Phonation mittels Ösophagus-Ersatzstimme erlernt, davon 112 mit befriedigender bis sehr guter Stimmqualität. Zwischen 1992 und 1996 wurde bei einem zweiten Patientenkollektiv von 35 Laryngektomierten eine Provox-Stimmpro-these eingesetzt, die im Durchschnitt 10 Monate in situ lag. In 14 Fällen (40%) wurde die Prothese nach 3-9 Monaten wieder entfernt, 21 Patienten (60%) benutzten die Prothese noch nach 3 Jahren. Zu Kontrolle und Vergleich der Sprachqualität wurden jeweils 10 Patienten mit Stimmprothese (Gruppe 1) und 10 Patienten mit Ösophagus-Ersatzstimme (Gruppe 2) ausgewählt, die alle eine gute Verständlichkeit entwickelt hatten. Bei jedem Patienten wurden 3 Parameter gemessen: die Lautstärke während der Phonation in dB, die längstmögliche Zeit bei der Artikulation des Vokals „a” und die Anzahl der Worte, die ohne Unterbrechung nacheinander gesprochen werden konnten (Zählversuch). Ergebnisse: Patienten der Gruppe 1 hatten einen mittleren Phonationspegel von 81 dB, Patienten der Gruppe 2 einen mittleren Pegel von 61 dB. In der Artikulation des Vokals „a” erreichte die Gruppe 1 eine mittlere Dauer von 8,5 s, die Gruppe 2 1,5 s. Im Zählversuch gelangte Gruppe 1 durchschnittlich bis zur Zahl 15, die Gruppe 2 bis zur Zahl 3. Schlußfolgerungen: Unsere Untersuchungen ergaben, dass die Phonation mit Stimmprothese der Ösophagus-Ersatzstimme qualitativ überlegen ist. Die Ösophagus-Ersatzstimme ist jedoch ohne wesentlichen Aufwand zu erlernen und erfordert nicht das Verschließen des Tracheostomas mit dem Finger oder mit dem Tracheostomaventil. Im Rahmen der Stimmrehabilitation nach Laryngektomie sollte die Anwendung von Ösophagus-Ersatz-oder Prothesenstimme je nach Einzelfall, Möglichkeiten und Wünschen des Patienten abgewogen werden.

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Hintergrund: Das Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, bei laryngektomierten Patienten die Phonation durch eine Stimmprothese mit der Ösophagus-Ersatzstimme qualitativ zu vergleichen. Methode und Patienten: In den letzten 7 Jahren haben 265 kehlkopflose Patienten unserer Klinik die Phonation mittels Ösophagus-Ersatzstimme erlernt, davon 112 mit befriedigender bis sehr guter Stimmqualität. Zwischen 1992 und 1996 wurde bei einem zweiten Patientenkollektiv von 35 Laryngektomierten eine Provox-Stimmpro-these eingesetzt, die im Durchschnitt 10 Monate in situ lag. In 14 Fällen (40%) wurde die Prothese nach 3-9 Monaten wieder entfernt, 21 Patienten (60%) benutzten die Prothese noch nach 3 Jahren. Zu Kontrolle und Vergleich der Sprachqualität wurden jeweils 10 Patienten mit Stimmprothese (Gruppe 1) und 10 Patienten mit Ösophagus-Ersatzstimme (Gruppe 2) ausgewählt, die alle eine gute Verständlichkeit entwickelt hatten. Bei jedem Patienten wurden 3 Parameter gemessen: die Lautstärke während der Phonation in dB, die längstmögliche Zeit bei der Artikulation des Vokals „a” und die Anzahl der Worte, die ohne Unterbrechung nacheinander gesprochen werden konnten (Zählversuch). Ergebnisse: Patienten der Gruppe 1 hatten einen mittleren Phonationspegel von 81 dB, Patienten der Gruppe 2 einen mittleren Pegel von 61 dB. In der Artikulation des Vokals „a” erreichte die Gruppe 1 eine mittlere Dauer von 8,5 s, die Gruppe 2 1,5 s. Im Zählversuch gelangte Gruppe 1 durchschnittlich bis zur Zahl 15, die Gruppe 2 bis zur Zahl 3. Schlußfolgerungen: Unsere Untersuchungen ergaben, dass die Phonation mit Stimmprothese der Ösophagus-Ersatzstimme qualitativ überlegen ist. Die Ösophagus-Ersatzstimme ist jedoch ohne wesentlichen Aufwand zu erlernen und erfordert nicht das Verschließen des Tracheostomas mit dem Finger oder mit dem Tracheostomaventil. Im Rahmen der Stimmrehabilitation nach Laryngektomie sollte die Anwendung von Ösophagus-Ersatz-oder Prothesenstimme je nach Einzelfall, Möglichkeiten und Wünschen des Patienten abgewogen werden.

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Key contribution

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Method / approach

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Main findings

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Limitations

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Applications

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Available abstract

Hintergrund: Das Ziel der vorliegenden Studie bestand darin, bei laryngektomierten Patienten die Phonation durch eine Stimmprothese mit der Ösophagus-Ersatzstimme qualitativ zu vergleichen. Methode und Patienten: In den letzten 7 Jahren haben 265 kehlkopflose Patienten unserer Klinik die Phonation mittels Ösophagus-Ersatzstimme erlernt, davon 112 mit befriedigender bis sehr guter Stimmqualität. Zwischen 1992 und 1996 wurde bei einem zweiten Patientenkollektiv von 35 Laryngektomierten eine Provox-Stimmpro-these eingesetzt, die im Durchschnitt 10 Monate in situ lag. In 14 Fällen (40%) wurde die Prothese nach 3-9 Monaten wieder entfernt, 21 Patienten (60%) benutzten die Prothese noch nach 3 Jahren. Zu Kontrolle und Vergleich der Sprachqualität wurden jeweils 10 Patienten mit Stimmprothese (Gruppe 1) und 10 Patienten mit Ösophagus-Ersatzstimme (Gruppe 2) ausgewählt, die alle eine gute Verständlichkeit entwickelt hatten. Bei jedem Patienten wurden 3 Parameter gemessen: die Lautstärke während der Phonation in dB, die längstmögliche Zeit bei der Artikulation des Vokals „a” und die Anzahl der Worte, die ohne Unterbrechung nacheinander gesprochen werden konnten (Zählversuch). Ergebnisse: Patienten der Gruppe 1 hatten einen mittleren Phonationspegel von 81 dB, Patienten der Gruppe 2 einen mittleren Pegel von 61 dB. In der Artikulation des Vokals „a” erreichte die Gruppe 1 eine mittlere Dauer von 8,5 s, die Gruppe 2 1,5 s. Im Zählversuch gelangte Gruppe 1 durchschnittlich bis zur Zahl 15, die Gruppe 2 bis zur Zahl 3. Schlußfolgerungen: Unsere Untersuchungen ergaben, dass die Phonation mit Stimmprothese der Ösophagus-Ersatzstimme qualitativ überlegen ist. Die Ösophagus-Ersatzstimme ist jedoch ohne wesentlichen Aufwand zu erlernen und erfordert nicht das Verschließen des Tracheostomas mit dem Finger oder mit dem Tracheostomaventil. Im Rahmen der Stimmrehabilitation nach Laryngektomie sollte die Anwendung von Ösophagus-Ersatz-oder Prothesenstimme je nach Einzelfall, Möglichkeiten und Wünschen des Patienten abgewogen werden.

Key concepts: Medicine

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