Stellenwert der Osteoporose in der traumatologischen Diagnostik
H. Bitterling, Tobias Vogel, Tobias K. Dobler, W. Mutschler, K.-J Pfeifer, Maximilian Ferdinand Reiser, Roger Eibel
Abstract
H. Bitterling, Tobias Vogel, Tobias K. Dobler, W. Mutschler, K.-J Pfeifer, Maximilian Ferdinand Reiser, Roger Eibel
Abstract
Ziel: Untersuchung der Verteilung der Knochenmineralsalzdichte bei älteren Patientinnen mit stationär behandelten hüftnahen Femurfrakturen sowie der Häufigkeit einer sich daraus ableitenden Indikation zur Pharmakotherapie aufgrund der Fraktur als Manifestation einer Osteoporose. Material und Methoden: Es wurden prospektiv 58 Patientinnen ≥ 50 Jahre (mittleres Alter 81 J.) mit hüftnaher Femurfraktur in die Studie eingeschlossen, wobei die Frakturen mit Hilfe der konventionellen Radiographie oder bei unklaren Fällen mittels der Computertomographie diagnostiziert bzw. bestätigt wurden. Die Knochenmineralsalzdichten wurde mit einem Dual-Energy-X-Ray-Knochendensitometer (DPX) der LWS und/oder des Schenkelhalses ermittelt. Die Ergebnisse des DPX wurden als T- und Z-Werte bezogen auf ein Normalkollektiv bzw. altersgleiches Kollektiv angegeben. Die Verteilung der Knochendichte wurde bestimmt, die Signifikanzprüfung erfolgte mittels T-Test, die Korrelation wurde mit dem Pearson-Test errechnet. Ergebnisse: Von den 58 in die Studie eingeschlossenen Patientinnen mit der Diagnose einer hüftnahen Femurfraktur wurden bei 56 die Knochendichten mit DPX der LWS bestimmt, bei 51 durch eine DPX des Schenkelhalses. Die mittlere Knochenmineralsalzdichte betrug 0,829 ± 0,137 g/cm (LWS) und 0,451 ± 0,126 g/cm (Schenkelhals). Die mittleren T-Werte betrugen - 2,80 ± 1,14 (LWS) and - 3,53 ± 0,97 (Schenkelhals). Die Messungen an der LWS ergaben bei 53 Pat. (94,6 %) eine pathologisch verminderte Knochendichte (T ≤ - 1), davon in 15 Fällen (26,8 %) eine Osteopenie (T > - 2,5) und bei 38 (67,9 %) eine Osteoporose (T ≤ - 2,5) gemäß der gültigen WHO-Definition. Die Messungen am Schenkelhals ergaben bei 51 Pat. (100 %) eine pathologisch verminderte Knochendichte (T ≤ - 1), davon bei 9 (17,6 %) eine Osteopenie (T > - 2,5) und bei 42 (82,4 %) eine Osteoporose (T ≤ - 2,5). Die Ergebnisse der Knochendichte an beiden Messorten unterschieden sich signifikant und waren dabei nur schwach positiv korreliert. Schlussfolgerung: Die von uns erhobenen Daten belegen, dass eine pathologisch verminderte Knochenmineralsalzdichte einen häufigen Befund bei hüftnahen Femurfrakturen älterer Patientinnen darstellt. Ein großer Teil dieser Patientinnen sollte daher nach den gültigen Richtlinien zur Behandlung der Osteoporose therapiert werden. Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass diese Entität bislang von Radiologen und Unfallchirurgen in hohem Maße unterschätzt wurde.
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Ziel: Untersuchung der Verteilung der Knochenmineralsalzdichte bei älteren Patientinnen mit stationär behandelten hüftnahen Femurfrakturen sowie der Häufigkeit einer sich daraus ableitenden Indikation zur Pharmakotherapie aufgrund der Fraktur als Manifestation einer Osteoporose. Material und Methoden: Es wurden prospektiv 58 Patientinnen ≥ 50 Jahre (mittleres Alter 81 J.) mit hüftnaher Femurfraktur in die Studie eingeschlossen, wobei die Frakturen mit Hilfe der konventionellen Radiographie oder bei unklaren Fällen mittels der Computertomographie diagnostiziert bzw. bestätigt wurden. Die Knochenmineralsalzdichten wurde mit einem Dual-Energy-X-Ray-Knochendensitometer (DPX) der LWS und/oder des Schenkelhalses ermittelt. Die Ergebnisse des DPX wurden als T- und Z-Werte bezogen auf ein Normalkollektiv bzw. altersgleiches Kollektiv angegeben. Die Verteilung der Knochendichte wurde bestimmt, die Signifikanzprüfung erfolgte mittels T-Test, die Korrelation wurde mit dem Pearson-Test errechnet. Ergebnisse: Von den 58 in die Studie eingeschlossenen Patientinnen mit der Diagnose einer hüftnahen Femurfraktur wurden bei 56 die Knochendichten mit DPX der LWS bestimmt, bei 51 durch eine DPX des Schenkelhalses. Die mittlere Knochenmineralsalzdichte betrug 0,829 ± 0,137 g/cm (LWS) und 0,451 ± 0,126 g/cm (Schenkelhals). Die mittleren T-Werte betrugen - 2,80 ± 1,14 (LWS) and - 3,53 ± 0,97 (Schenkelhals). Die Messungen an der LWS ergaben bei 53 Pat. (94,6 %) eine pathologisch verminderte Knochendichte (T ≤ - 1), davon in 15 Fällen (26,8 %) eine Osteopenie (T > - 2,5) und bei 38 (67,9 %) eine Osteoporose (T ≤ - 2,5) gemäß der gültigen WHO-Definition. Die Messungen am Schenkelhals ergaben bei 51 Pat. (100 %) eine pathologisch verminderte Knochendichte (T ≤ - 1), davon bei 9 (17,6 %) eine Osteopenie (T > - 2,5) und bei 42 (82,4 %) eine Osteoporose (T ≤ - 2,5). Die Ergebnisse der Knochendichte an beiden Messorten unterschieden sich signifikant und waren dabei nur schwach positiv korreliert. Schlussfolgerung: Die von uns erhobenen Daten belegen, dass eine pathologisch verminderte Knochenmineralsalzdichte einen häufigen Befund bei hüftnahen Femurfrakturen älterer Patientinnen darstellt. Ein großer Teil dieser Patientinnen sollte daher nach den gültigen Richtlinien zur Behandlung der Osteoporose therapiert werden. Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass diese Entität bislang von Radiologen und Unfallchirurgen in hohem Maße unterschätzt wurde.
Key concepts: Medicine, Osteoporosis, Osteopenia, Femoral neck, Bone mineral, Femur, Nuclear medicine, Bone density