2008Handchirurgie · Mikrochirurgie · Plastische ChirurgieRequires access

Der okulokardiale Reflex bei Blepharoplastiken

V. Rippmann, THOMAS D. SCHOLZ, Simone Hellmann, Payam Amini, Gerald Spilker

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Abstract

Der okulokardiale Reflex (OCR) ist ein sehr bekanntes Phänomen in der Ophthalmologie, aber als Komplikation bei Blepharoplastiken bisher kaum beschrieben. 1908 wurde dieser Reflex erstmals von Ascher and Dagnini erwähnt. Seither betrachten Ophthalmologen und Anästhesisten das Auftreten des okulokardialen Reflexes als ein signifikantes intraoperatives Problem, was in der Literatur durch zahlreiche Fallbeispiele mit reflexbedingtem Auftreten von hämodynamisch wirksamen Arrhythmien und einigen Todesfällen gezeigt wurde. Per definitionem wird der OCR durch Manipulation am Bulbus ausgelöst und führt zu einer intraoperativen Veränderung der Herzfrequenz um mehr als 20 Schläge/Minute im Vergleich zur Ausgangsherzfrequenz. Er wird über einen trigeminovagalen Reflexbogen vermittelt. Während der Durchführung einer Oberlidblepharoplastik an einer 48-jährigen, gesunden Frau kam es zu einer reflexbedingten anhaltenden Asystolie mit folgender erfolgreicher Reanimation der Patientin. Aufgrund dieses beeindruckenden Zwischenfalls haben wir das Auftreten des okulokardialen Reflexes bei Blepharoplastiken in unserer Klinik im Zeitraum der letzten 3 Jahre (2002 – 2005) untersucht. Bei 22 von 110 (20 %) Patienten konnte ein positiver Reflexnachweis erfolgen. Dabei waren vor allem junge Patienten mit niedrigem Körpergewicht betroffen, die in Lokalanästhesie operiert wurden. Der Chirurg sollte sich bei der Durchführung einer Blepharoplastik immer über das mögliche Auftreten dieses potenziell lebensbedrohlichen Reflexes bewusst sein. Vermeidung starker Traktionen an der Muskulatur und an den Fettkörpern kann in den meisten Fällen das Auftreten des Reflexes verhindern. Die bevorzugte Therapie einer ausgelösten Bradykardie ist das sofortige Ablassen der Zugkraft an der Muskulatur oder den Fettkörpern, was am ehesten eine schnelle Rückkehr zur Normfrequenz bewirkt. Intraoperatives Monitoring ist unbedingte Voraussetzung bei Durchführung einer Blepharoplastik.

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Der okulokardiale Reflex (OCR) ist ein sehr bekanntes Phänomen in der Ophthalmologie, aber als Komplikation bei Blepharoplastiken bisher kaum beschrieben. 1908 wurde dieser Reflex erstmals von Ascher and Dagnini erwähnt. Seither betrachten Ophthalmologen und Anästhesisten das Auftreten des okulokardialen Reflexes als ein signifikantes intraoperatives Problem, was in der Literatur durch zahlreiche Fallbeispiele mit reflexbedingtem Auftreten von hämodynamisch wirksamen Arrhythmien und einigen Todesfällen gezeigt wurde. Per definitionem wird der OCR durch Manipulation am Bulbus ausgelöst und führt zu einer intraoperativen Veränderung der Herzfrequenz um mehr als 20 Schläge/Minute im Vergleich zur Ausgangsherzfrequenz. Er wird über einen trigeminovagalen Reflexbogen vermittelt. Während der Durchführung einer Oberlidblepharoplastik an einer 48-jährigen, gesunden Frau kam es zu einer reflexbedingten anhaltenden Asystolie mit folgender erfolgreicher Reanimation der Patientin. Aufgrund dieses beeindruckenden Zwischenfalls haben wir das Auftreten des okulokardialen Reflexes bei Blepharoplastiken in unserer Klinik im Zeitraum der letzten 3 Jahre (2002 – 2005) untersucht. Bei 22 von 110 (20 %) Patienten konnte ein positiver Reflexnachweis erfolgen. Dabei waren vor allem junge Patienten mit niedrigem Körpergewicht betroffen, die in Lokalanästhesie operiert wurden. Der Chirurg sollte sich bei der Durchführung einer Blepharoplastik immer über das mögliche Auftreten dieses potenziell lebensbedrohlichen Reflexes bewusst sein. Vermeidung starker Traktionen an der Muskulatur und an den Fettkörpern kann in den meisten Fällen das Auftreten des Reflexes verhindern. Die bevorzugte Therapie einer ausgelösten Bradykardie ist das sofortige Ablassen der Zugkraft an der Muskulatur oder den Fettkörpern, was am ehesten eine schnelle Rückkehr zur Normfrequenz bewirkt. Intraoperatives Monitoring ist unbedingte Voraussetzung bei Durchführung einer Blepharoplastik.

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Der okulokardiale Reflex (OCR) ist ein sehr bekanntes Phänomen in der Ophthalmologie, aber als Komplikation bei Blepharoplastiken bisher kaum beschrieben. 1908 wurde dieser Reflex erstmals von Ascher and Dagnini erwähnt. Seither betrachten Ophthalmologen und Anästhesisten das Auftreten des okulokardialen Reflexes als ein signifikantes intraoperatives Problem, was in der Literatur durch zahlreiche Fallbeispiele mit reflexbedingtem Auftreten von hämodynamisch wirksamen Arrhythmien und einigen Todesfällen gezeigt wurde. Per definitionem wird der OCR durch Manipulation am Bulbus ausgelöst und führt zu einer intraoperativen Veränderung der Herzfrequenz um mehr als 20 Schläge/Minute im Vergleich zur Ausgangsherzfrequenz. Er wird über einen trigeminovagalen Reflexbogen vermittelt. Während der Durchführung einer Oberlidblepharoplastik an einer 48-jährigen, gesunden Frau kam es zu einer reflexbedingten anhaltenden Asystolie mit folgender erfolgreicher Reanimation der Patientin. Aufgrund dieses beeindruckenden Zwischenfalls haben wir das Auftreten des okulokardialen Reflexes bei Blepharoplastiken in unserer Klinik im Zeitraum der letzten 3 Jahre (2002 – 2005) untersucht. Bei 22 von 110 (20 %) Patienten konnte ein positiver Reflexnachweis erfolgen. Dabei waren vor allem junge Patienten mit niedrigem Körpergewicht betroffen, die in Lokalanästhesie operiert wurden. Der Chirurg sollte sich bei der Durchführung einer Blepharoplastik immer über das mögliche Auftreten dieses potenziell lebensbedrohlichen Reflexes bewusst sein. Vermeidung starker Traktionen an der Muskulatur und an den Fettkörpern kann in den meisten Fällen das Auftreten des Reflexes verhindern. Die bevorzugte Therapie einer ausgelösten Bradykardie ist das sofortige Ablassen der Zugkraft an der Muskulatur oder den Fettkörpern, was am ehesten eine schnelle Rückkehr zur Normfrequenz bewirkt. Intraoperatives Monitoring ist unbedingte Voraussetzung bei Durchführung einer Blepharoplastik.

Key concepts: Medicine, Oculocardiac reflex, Blepharoplasty, Bradycardia, Reflex, Anesthesia, Heart rate, Surgery

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